Lebenshilfe

LebenshilfeDie Bundesvereinigung Lebenshilfe e. V. wurde im Jahr 1958 als gemeinnütziger Verein von betroffenen Eltern und Fachleuten gegründet und ist eine Selbsthilfevereinigung als Eltern-, Fach- und Trägerverband. Insbesondere für Menschen mit geistiger Behinderung und deren Familien. Menschen mit Behinderung werden von dem Verein begleitet, um am Leben in der Gesellschaft gleichberechtigt teilnehmen zu können. Die solidarisch handelnde Selbsthilfeorganisation unterstützt mit Angeboten in kompetenter Beratung und Betreuung, mit zukunftsweisenden Projekten und differenzierten Einrichtungen. 16 Landesverbände und 509 Orts- und Kreisvereinigungen sind als Mitgliedsorganisationen in der Bundesvereinigung angeschlossen. Jede ist rechtlich eigenständig. Des Weiteren gibt es gemäß der Satzung 125 kooperative und ordentliche Mitgliedsorganisationen. Damit gehören rund 130.000 Menschen der Mitgliedsvereinigungen der Bundesvereinigung Lebenshilfe an.

Grundziele

Das Ziel ist, behinderte Mitmenschen bei deren Lebensbewältigung intensiv zu unterstützen. Die Aktivitäten der Lebenshilfe wollen Menschen mit Behinderung durch individuelle bedarfsgerechte Hilfe zu einem selbstständigen und weithin normalen Leben verhelfen. Dazu werden Hilfen und Dienstleistungen angeboten und vertreten das Interesse von behinderten Menschen in der Öffentlichkeit und auf politischer Ebene. In Deutschland sollen behinderte Menschen durch die Lebenshilfe in den Menschenrechten geschützt werden. Die Unterstützung liegt hier in einer 24-Stunden-Betreuung. Diese wird durch einen hölzernen Bollerwagen von Falt-Bollerwagen.de genauso unterstützt wie durch die reine Anwesenheit der Pflegepersonen.

Struktur

In den letzten zehn Jahren sind rechtlich selbstständige Ortsvereine der Lebenshilfe gegründet worden. Diese Gründungen entstanden oft durch die Initiative von Eltern mit behinderten Kindern. Selbst die Gründung der Lebenshilfe ist auf den Einsatz von Eltern mit behinderten Kindern zurückzuführen. Träger der Lebenshilfeeinrichtungen sind oft Ortsvereine vor Ort. Das können Wohnstätten, Frühförderstellen, Werkstätten sowie Einrichtungen für Bildung und Erholung sein, wie beispielsweise das Haus Hammerstein. Seit einigen Jahren hat sich das ambulant betreute Wohnen zu den Angeboten angeschlossen. Die Lebenshilfe erschließt zunehmend das Gebiet an Möglichkeiten zur Integration von Menschen mit Behinderung in das allgemeine Gesellschafts- und Arbeitsleben. In den einzelnen Bundesländern bestehen Landesverbände als übergeordnete Strukturen. Der Sitz „Bundeszentrale der Lebenshilfe“ liegt in Marburg. Angegliedert an die Zentrale sind des Weiteren ein eigener Verlag (Lebenshilfe-Verlag) und ein Institut für Fortbildung. Die Bundestagsabgeordnete Ulla Schmidt hat seit September 2012 hierbei den Bundesvorsitz.

Geschichte

Die Lebenshilfe wurde am 23. November 1958 in Marburg von 15 Fachleuten und Eltern als Geistig behindertes Kind e. V. gegründet. Die Initiative dazu ergriff der niederländische Verbindungsoffizier Tom Mutters. Im Auftrag des UN-Hochkommissars kümmerte sich Mutters um Flüchtlinge im Philipps-Hospital in Goddelau, um schwer geistig behinderte Kinder verschleppter Personen, Flüchtlingsfamilien und Überlebenden aus dem KZ zu helfen. Gezählt wurden zehn Jahre später bereits 300 Orts- und Kreisverbände und 38.000 Mitglieder für den Verein. Allein 18.000 Menschen in Schulen, Sonderkindergärten und Werkstätten wurden von dem Verein betreut. Ab dieser Zeit wurden von der Lebenshilfe Wohneinrichtungen und Wohnplätze angeboten. Die Zahl der Orts- und Kreisvereinigungen stieg bis zur Wiedervereinigung auf 400 Verbände an. 1988 konnte die Lebenshilfe 100.000 Mitglieder verzeichnen. Eine eigene Lebenshilfe wurde zunächst 1990 in der DDR gegründet. Im gleichen Jahr erfolgte mit der Bundesvereinigung ein Zusammenschluss. 1995 wurde das neue Lebenshilfelogo eingeführt und im Folgejahr änderte sich der Name. Der Verband nannte sich damit Bundesvereinigung Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung e. V. Der Ausdruck "geistige Behinderung" geriet dabei vielerorts in Kritik und insbesondere die Ortsverbände der Lebenshilfe verzichteten zunehmend auf das Wort "geistige" im Namen. Im Jahr 2008 waren es bereits 527 Orts- und Kreisvereinigungen und die Lebenshilfe bestand aus über 135.000 Mitglieder. Das 50-jährige Bestehen der Lebenshilfe Deutschland wurde mit reichhaltigen Aktionen gefeiert. Zu diesem Geschehen erschien die „Chronik zu 50 Jahren Lebenshilfe“. In der Kulturbrauerei Berlin wurde im Sommer das Lebenshilfefest blaues Wunder gefeiert, zu dem Angela Merkel erschien. Die Deutsche Post AG brachte Sonderbriefmarke heraus. Bei der Lebenshilfe entstand ein neues Grundsatzprogramm in Diskussion.

Verlag

Der Lebenshilfeverlag Marburg ist für die Themen „Menschen mit geistiger Behinderung“ und „Behindertenhilfe“ ein Fachverlag in deutscher Sprache. Der Verlag publiziert neben Fachbüchern drei Zeitschriften:

  • Die Lebenshilfe Zeitung (LHZ) als verbandliche Informationsplattform der Bundesvereinigung. Diese wendet sich an Eltern, Angehörige, ehrenamtliche und professionell Engagierte.
  • Die TEILHABE ist eine verbandsübergreifende Fachzeitschrift und für Fachkräfte in der Behindertenhilfe sowie an Interessenten im Hochschulbereich gerichtet. Seit 2009 die Nachfolgerin der Zeitschrift Geistige Behinderung (ZGB).
  • Der Rechtsdienst der Lebenshilfe ist für ehrenamtliche und hauptamtliche Fachkräfte in der Behindertenhilfe, in Behörden für Jurist(inn)en und Mitarbeiter(innen). Die Zeitschrift informiert über aktuelle Entwicklungen in der Sozialpolitik und Rechtsprechung für Menschen mit Behinderung.

Fußball-Weltmeisterschaft 2006

Als Partner des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) war die Lebenshilfe Deutschland für die Planung und Ausrichtung der Fußballweltmeisterschaft 2006 der Menschen mit Behinderung mitverantwortlich. Diese fand zum ersten Mal in Deutschland statt und wurde durch den Landesverband Nordrhein-Westfalen und der Bundesvereinigung vertreten. Willi Breuer, als Trainer der deutschen Nationalmannschaft, führte das Interesse der Bevölkerung an der Weltmeisterschaft hauptsächlich auf den Einsatz des Vereins zurück. Überwältigende 260.000 bis 300.000 Zuschauer waren in den Stadien anwesend. Der Erfolg dafür war die Lebenshilfe. Das waren mehr Zuschauer als bei allen vier vorherigen Weltmeisterschaften zusammen.

Begrifflichkeiten

Der Ausdruck „geistige Behinderung“ wird zunehmend kritisiert, da er häufig als diskriminierend empfunden wird. Von einigen Ortsverbänden der Lebenshilfe wurde aufgrund ihrer Öffnung für andere Behindertenrichtungen der Begriff „geistige“ aus ihrem Namen gestrichen. Einige andere blieben bei der vorherigen Bezeichnung. Eine der Bundesvereinigung Lebenshilfe brachte in der Informationsbroschüre (gemeinsam kommen wir weiter - Lebenshilfe auf dem Weg in die Zukunft / Dezember 2005) heraus, dass geistige Behinderung kein zukünftiges Wort sei und nur so lange zu verwenden ist, bis ein geeigneterer Begriff gefunden wird. Die Lebenshilfe Österreich entschloss sich auf Bundesebene den Namen „Lebenshilfe für Menschen mit Behinderung“ zu verwenden und verzichtet vollständig auf die Benennung „geistiger“. Über Alternativen wurde 2005 nachgedacht, um eine neue Definition und Klassifikation für die Beschreibung „geistige" zu finden.

Kritik

Von Kritikern wurde bemängelt, dass durch die Doppelfunktion als Interessenvertreter und Dienstleister (diverse gGmbH) für behinderte Menschen ein Interessenkonflikt besteht. Interessenvertreter müssten in ihrer Funktion in der Lebenshilfe die Mitarbeiter in Werkstätten für behinderte Menschen für höhere Löhne unterstützen. Dadurch würden die Mitarbeiter finanziell unabhängiger von zusätzlicher Sozialhilfe oder Unterhaltszahlungen durch Angehörige. Allerdings besteht eine Forderungsablehnung der Betreiber solcher Werkstätten aus Kostengründen. Vor einiger Zeit ist die Lebenshilfe (Berlin) auch durch ihre Personalpolitik in die Kritik geraten. Diese wurde in einem Sammelwerk dokumentiert: Es werden Auseinandersetzungen beschrieben, die Anfang 2003 bei den Mitarbeitern drastische Gehaltskürzungen auslösten. Der Betriebsrat unternahm allerdings einiges, damit diese Gehaltskürzungen nicht zustande kamen. Anschließend war im Betrieb das Handeln aller Gewerkschafter gefragt, denn die Auseinandersetzungen endeten im Kampf um einen Tarifvertrag. Am 23. April 2012 wurde dann von den Arbeitgebern und Gewerkschaften während einer Betriebsversammlung ein Tarifvertrag unterschrieben. Diese Veranstaltung endete für alle Beteiligten nach einer neun Jahre dauernden Auseinandersetzung harmonisch.

Lebenshilfe und Freizeitgestaltung

Der Mensch kann sich in seiner Freizeit einfach ausruhen, beim Sport fit werden, Hobbys nachgehen oder sich weiterbilden. Auf Reisen sogar neue Erfahrungen sammeln oder seine Freizeit mit Freunden in fröhlicher Runde verbringen. Die Freizeit dient zur Entfaltung der Persönlichkeit und das Teilhaben in der Gesellschaft.

Spiel und Sport

Hilfe in der FreizeitGeistig behinderte Sportler und Sportlerinnen können sich beim Wettkampf bei Special Olympics einem ähnlichen Leistungsniveau messen. Auf lokaler, Landes- und Bundesebene gibt es diese Meisterschaften, alle vier Jahre sogar Weltspiele. Freude und Spaß sollen geistig behinderte Kinder und Erwachsene bei Spiel und Sport haben. Gewonnene Erfahrungen steigern die körperliche Fitness, Sicherheit und das Selbstvertrauen. Lebenshilfen vor Ort halten für jedes Alter entsprechende Angebote vor. Die Lebenshilfe arbeitet mit örtlichen Vereinen zusammen, mit denen integrative Sportmöglichkeiten aufgebaut werden. Der Behindertensportverband und die Special Olympics Deutschland kooperieren seit Jahren mit der Lebenshilfe.

Auf Reisen gehen

Selbst Menschen mit geistiger Behinderung haben das Bedürfnis, fremde Gegenden und andere Länder kennenzulernen. Gruppenreisen für behinderte Kinder ermöglichen deren Eltern, einmal ohne Sohn oder Tochter auszuspannen. Das Reisenetzwerk der Lebenshilfe Tours bietet für jeden Geschmack etwas an. Mittlerweile gibt es Reisebüros und –veranstalter, die sich auf barrierefreies Reisen spezialisiert haben.

Kunst und Kultur

Menschen mit geistiger Behinderung können sogar mit Kunst und Kultur gesellschaftliche Anerkennung erlangen und entwickeln dabei Selbstvertrauen. Oft kommt das besondere Talent für die Malerei zum Vorschein. Regelmäßige und erfolgreiche Ausstellungen werden von einigen Kunstateliers veranstaltet, zum Beispiel die Lebenshilfe Braunschweig, Kraichgauer Kunstwerkstatt der Lebenshilfe Sinsheim oder das Atelier Goldstein der Lebenshilfe Frankfurt/Main. Seit über 30 Jahren wird von der Bundesvereinigung Lebenshilfe jedes Jahr ein eigener Kunstkalender herausgebracht. Das Netzwerk EUCREA fördert behinderte Künstler und engagiert sich für die Aus- und Fortbildung. Ebenso für die Möglichkeiten einer Ausstellung, Aufführung und Publikationen. Es werden Impulse mit international ausgerichteten Festivals für Theater, Tanz, Musik, Wettbewerben und Ausstellungen gesetzt. Des Weiteren bietet EUCREA Multiplikatoren Informationen, Seminare, Tagungen und Fortbildungen zum Thema Kunst und Behinderung an. Der Verein „Die Wortfinder“ fördert das kreative Schreiben und die Literatur von Menschen mit geistiger Behinderung und schreibt regelmäßig Wettbewerbe aus. Für das Magazin „Ohrenkuss“ schreiben zum Beispiel nur Menschen mit dem Down Syndrom. Die dekorierte Publikation kann sich mit vielen Preisen rühmen und entsteht in der Downtown-Werkstatt für Kultur und Wissenschaft, die in Bonn ansässig ist.

Wohnen durch Lebenshilfe

Der Mensch lebt gerne dort, wo er sich zu Hause fühlt. Dabei ist unwichtig, ob im Heim, in der Wohngemeinschaft oder allein. Jeder Mensch sollte so lange wie möglich in der eigenen Wohnung und in gewohntem Umfeld leben. Benötigt ein Mensch Hilfe beim Wohnen, sollte diese dort zu erhalten sein, wo der Hilfesuchende wohnt, sich wohlfühlt und leben möchte. Es werden dabei unterschiedliche Wohnformen angeboten. Allerdings können Menschen mit Behinderung nicht immer den Ort selbst wählen. Denn die Vielfalt an Wohnformen ist nicht überall verfügbar. Für solch verschiedene Wohnformen setzt sich die Lebenshilfe ein und diese richtet sich oft nach den Wünschen und Bedürfnissen der Menschen.

Lebenshilfe in der WohnungIn der Lebenshilfe gab es eine Zeit lang einen Rat behinderter Menschen und dieser nannte sich kurz: Lebenshilfe-Rat. Es gab regelmäßige Treffen, in denen über Themen nachgedacht und gemeinsam diskutiert wurde. Bei einem dieser Treffen handelte es sich um Vor- und Nachteile von Wohnheimen und ambulant betreutes Wohnen.

Nachfolgend alle gesammelten Vor- und Nachteile vom Lebenshilfe-Rat:

Leben in einem Wohnheim

Vorteile:

  • In Wohnheimen gibt es einen Heimbeirat mit Bewohnern besetzt. Diese bestimmen und vertreten die Meinung aller Bewohner.  
  • Ein Heimleiter in jedem Wohnheim, als Ansprechpartner der Bewohner.
  • Gemeinsame Reisen und viele Freizeitangebote.
  • In einem Wohnheim kann jeder Behinderter leben.
  • Gruppengespräche, bei denen alles zusammen besprochen und geklärt wird.
  • Aufgabenverteilung, das was jeder erledigen kann.
  • In Wohnheimen geht es lebhaft zu.
  • In Wohnheimen werden oft neue Freundschaften geschlossen.

Nachteile:

  • In Wohnheimen wechseln oft die Betreuer und es muss sich an neue Menschen gewöhnt werden.
  • In großen Gruppen erhalten die Schwächeren nicht so viel Aufmerksamkeit.
  • Manche Betreuer ziehen einige Mitbewohner vor und behandeln diese anders.
  • Plätze im Wohnheim sind teuer.
  • Die Bewohner verfügen über sehr wenig Geld.
  • In Wohnheimen gibt es viele Regeln. Das Rauchen ist verboten, und ein Haustier ebenfalls.
  • In Wohnheimen verlieren Bewohner ihre Freiheit.
  • Es muss sich häufig nach anderen Mitbewohnern gerichtet werden.
  • Es gibt zu wenig Privaträume und kaum Einzelzimmer.
  • Der Bewohner kann nicht heimkommen und gehen, wann er will.
  • Nicht jeder Bewohner besitzt einen Schlüssel.
  • Die Wohnheime liegen oft am Stadtrand, die Bewohner leben zu weit weg und es kann nicht viel unternommen werden.
  • Viele Bewohner fühlen sich in das Wohnheim abgeschoben und nicht ernst genommen.
  • Die Betreuer können sich einen Bewohner nicht aussuchen.

Leben im ambulant betreuten Wohnen

Vorteile:

  • Der Bewohner hat seine Ruhe.
  • Jeder trifft selbst Entscheidungen.
  • Der Bewohner kann nach Hause kommen, wann er möchte.
  • Es können Gäste mitgebracht werden.
  • Im ambulant betreuten Wohnen können Paare zusammen wohnen.
  • Die Einrichtung kann jeder Bewohner selbst bestimmen.  
  • Die Nacht kann woanders verbracht werden.
  • Es wird nicht ständig kontrolliert.
  • Freie Bewegung.
  • Es kann zu einer WG oder einem Wohnheim Kontakt aufgenommen werden.

Nachteile:

  • In das ambulant betreute Wohnen kommen nur fitte Menschen. Menschen mit schwerer Behinderung verbleiben im Heim.
  • Häufiger Wechsel der Betreuer.
  • Erledigen von viel Papierkram.
  • Der Kostenträger erfährt nicht alles.
  • Die Wohnstätten-Leitung weiß zu viele private Dinge der Bewohner.
  • Bei Krankheit oder einem Unfall gibt es zu wenig Betreuung.
  • Am Nachmittag und Abend zu wenig Betreuung.
  • Zu wenige Kontakte durch ambulantes Wohnen auf dem Land.
  • Betreuer sind nicht immer zu erreichen.
  • Ungenügend Zeit zur Besprechung persönlicher Probleme mit dem Betreuer.

Computer und Internet für geistig behinderte Menschen

Ins Internet trotz BehinderungDer Computer gehört in das heutige Leben wie das Wasser zum Trinken. Sogar für geistig behinderte Menschen eröffnet sich durch Computer und Internet eine neue Art der Kommunikation, der Informationen und einen neuen Weg an der Gesellschaft teilzuhaben. Zu Unterstützung im Umgang mit PC und Internet und um vorhandene Kenntnisse zu vertiefen, bietet die Koordinierungs-, Kontakt- und Beratungsstelle im Kreis Mettmann und Volkshochschule Ratingen beispielsweise PC-Kurse für Menschen mit geistiger Behinderung an. In Deutschland leben mehr als acht Millionen behinderte Menschen, davon schwer behindert knapp 80 Prozent. Diesen Menschen sind die zahlreichen Internetseiten und Programmoberflächen aufgrund der Umsetzung und Gestaltung nicht zugänglich. Dabei schafft etwas Mühe und guter Wille leicht Abhilfe.

Aufmacher

Viele Internetseiten und Programmoberflächen können behinderte Menschen nur eingeschränkt nutzen. Die Kommission eEurope 2002 - Informationsgesellschaft für alle, enthielt in einem Aktionsplan bereits die Vorgabe, behinderte Menschen müssen die Informationen auf jeglichen Webseiten des öffentlichen Sektors der Mitgliedstaaten und europäischen Institutionen erreichen. Die Realität der Ziele dieses Statements und Initiativen sieht allerdings anders aus. Behörden der Bundesverwaltung sind mittlerweile verpflichtet, beim Einrichten neuer Internetauftritte oder deren Überarbeitung Vorkehrungen zu treffen, damit Behinderte das Angebot an Informationen nutzen können. Bestehende Angebote und öffentlich zugängliche Terminals wurden bereits angepasst.

Papiertiger

In den USA wurde 1998 die Gleichstellung von Behinderten fest in einem Gesetz verankert. Der Bundestag dagegen beschloss erst im Frühjahr 2000 ein Gleichstellungsgesetz. Hinter dem US-Standard liegt dies allerdings weit zurück. Dennoch spalten sich jenseits des großen Teiches Theorie und Praxis: Behinderte haben dort die Möglichkeit, auf dem Weg der Klage das Recht auf Gleichstellung einzufordern, doch zum Erfolg führt dies nicht immer. Das Anti-Diskriminierungsgesetz solle nur Einfluss auf die reale Welt und nicht auf Cyberspace erreichen, so das Urteil einer Bundesrichterin. Das Gesetz steht für Räumlichkeiten, die öffentlich zugänglich sind. Darunter fallen Fahrstühle, Kinos oder Restaurants und gelten nicht zur Verwendung auf einer virtuellen Verkaufsoberfläche im World Wide Web (WWW). Jedoch stehen für die Rahmenbedingungen Verbesserungen an. In der Vergangenheit verabschiedete das World Wide Web Consortium (W3C) seine Richtlinien für behindertengerechte Browser. Die User Agents Accessibility Guidelines wenden sich in ihrer Wortwahl ausdrücklich an die Entwickler von User Agents, wie Webbrowsern. Doch der Kern der Regeln bezieht sich gleichermaßen auf die Zugangssoftware und den Inhalt, der damit dargestellt wird. Im Internet kann das umfangreiche Dokument unter www.w3.org/TR/UAAG10 aufgerufen werden. Dieses Dokument entwickelt sich als Grundlage nationaler Initiativen weltweit. Als Beispiel: die Forderung, dass Browser und Inhalt mit verschiedenen Geräten für die Ein- und Ausgabe miteinander auskommen müssen, wie für Blindenschrift die Wiedergabe und zur Sprachausgabe. Die Anforderung an W3C für die Wiedergabeprogramme konfigurierbare Navigationsmechanismen vorzusehen, ist für Webautoren eine größere Herausforderung als für Softwareentwickler. Von einer seriellen Navigation durch aufeinanderfolgende Menüauswahlen werden anders aufbereitete Inhalte erwartet, wie etwa eingetippte Vorgaben und Hyperlinks. An dieser Problemlösung arbeitet in Deutschland das Fraunhofer Institut für sichere Telekooperation in Sankt Augustin (SIT). Der Grundgedanke ist einfach: Von den behinderten Menschen wird ein persönliches Profil erstellt, in dem Art und Grad der Behinderung benannt werden. Wird damit eine Internetseite aufgerufen, wie von einer Behörde, werden vom Server die Seiten entsprechend konfiguriert und schickt diese an den Behinderten. Der Programmierer sollte für den Zugriff bereits für eine Anpassung der Webseiten gesorgt haben. Der Vorteil dieses Verfahrens ist die Standardisierung der Anfrage und die Möglichkeit unterschiedliche Profile zu erstellen, die Berücksichtigung des Datenschutzes und die Übermittlung einer elektronischen Signatur. Kommt es zur Durchsetzung des Systems, erhalten kommerzielle und private Anbieter von Webseiten einen Schlüssel und behinderte Menschen können auf die Informationen zugreifen. Webseitengestalter und Programmierer, die diese Initiative ergreifen, müssen erst ein Gespür dafür entwickeln, welche Probleme für Behinderte aufkommen können, wenn Inhalte erfasst werden möchten. Daneben die Überwindung an Unkenntnis und fehlendes Vorstellungsvermögen der Behinderten. Im Zeitalter der Multimedialität ist dafür noch kein großes Interesse vorhanden. Webdesigner zeigen lieber alle Register ihrer Kunst und schrecken sogar Menschen ohne Behinderung mit Pop-up-Fenster, Laufschriften, Pop-up-Fenster und verschwimmende Farben ab. Wie kann also behinderten Menschen den Zugang zum Web erleichtert werden?

Keine unnötigen Inhalte

Menschen mit Sehbehinderung unterscheiden sich durch drei Gruppen: Das sind Sehschäden, Farbenblindheit und Blindheit. Durch spezielle Monitore, Tastaturen und Software wird es möglich, den Text auf eigene Bedürfnisse zu vergrößern, zu erfassen oder durch ein Sprachausgabesystem vorlesen zu lassen. Umfangreiche Tabellen sind für diesen Personenkreis eher unerwünscht, da das System zur Sprachausgabe nicht korrekt ausgelesen werden kann. Mit der Verfügung eines Dialogs könnten Farbenblinde die wichtigsten Farben selbst verändern. Jede Farbe ist dem Auswahldialog als Kurzhilfe zugeordnet und enthält den Namen der Farben. Schwebt der Mauszeiger zum Beispiel über ein blaues Element, zeigt die Kurzhilfe „blau“ an. Bleibt die Anwendung der Windowsfarben bestehen, kann der Farbenblinde die Farben direkt in der Systemsteuerung seinen Bedürfnissen entsprechend anpassen. Bilder ohne Titel und Farbspiele stellt für Sehbehinderte ein großes Problem dar. Blinde Menschen kommen mit unzureichenden Linkbeschriftungen wie „Details“ nicht zurecht. Mit diesen Informationen können Blinde nicht umgehen und um diese „lesen“ zu können, müsste stets in jeden Frame „hineingegangen“ werden. Das ist mit viel Zeit und Mühe verbunden, wenn nicht über einen Screen Reader verfügt wird, der den neuesten Stand der Technik besitzt. Ebenso sollten sich nicht zu viele Links auf einer Seite befinden. Blinde nutzen den Browser Lynx zum Surfen und dieser kann unter www.barrierefreiesinternet.de/lynx-browser.zip heruntergeladen werden. Damit kann getestet werden, wie die eigene Homepage dann aussieht.

Zwei Dinge gestatten dem Blinden die Arbeit an einem PC

  1. Erstens: die Sprachausgabe
  2. Zweitens: die Braille-Zeile (Ausgabegerät)

Angeschlossen wird diese an einer Computerschnittstelle. Mit der Screen-Reader-Software kann der Bildschirminhalt gelesen werden. Die Braille Zeile ändert die auf dem Bildschirm stehenden Buchstaben in tastbare Matrizen. Mit diesem Verfahren ist allerdings nur das Lesen einer Bildschirmzeile möglich, da nur 40 oder 80 Zeichen darauf dargestellt werden können. Die Maus lässt sich über die Zeile ebenfalls steuern. Bilder sollten durch einen Alternativtext ersetzt werden. Bereits durch die Betriebssysteme erhalten sehbehinderte Unterstützungen. Bei Windows ist die Bildschirmlupe ein Standard: vom Mauszeiger oder Cursor belegte Bildausschnitte erscheinen in einem besonderen Fenster vergrößert. Farben lassen sich auf Wunsch „umkehren“, um eventuell die Lesbarkeit zu verbessern. Eine Bildschirmtastatur kam vor zwei Jahren noch hinzu. Sogar das Macintosh-Betriebssystem stellt Lesehilfen zur Verfügung: die Zoomansicht folgt der Maus und weiterhin eine Weiß-Schwarz-Umkehr. Erklingt ein Warnton, lässt Mac den Bildschirm „flashen“. Darüber hinaus die Ein-Finger-Bedienung und eine Tastaturmaus. Rollstuhlfahrer mit Behinderung an Armen oder Händen (Tetraplegiker) und Menschen ohne Hände sind bei der Dateneingabe besonders auf Hilfsmittel angewiesen. Menschen ohne Hände können dafür mithilfe des Mundes oder Kopfes die Informationen auf dem Bildschirm erlangen. Mit der Kinnsteuerung lässt sich der Rollstuhl steuern und zu Hause jegliche Apparate, wie den Fernseher und Stereoanlage. Die Haustür wird mit der Steuerung geöffnet und sogar Auto gefahren.

Umständlichkeit für Behinderte

Viele Bearbeitungsprogramme nutzen Tastenkombinationen in dem gleichzeitig drei Tasten gedrückt werden müssen oder Shortcuts die aus zwei Tasten (wie Strg+S für Speichern, Strg+F für Suchen) bestehen. Für Menschen mit nur einer Hand schwer zu bewerkstelligen. Daher sollten Shortcuts für jede Software individuell einzurichten sein. Taube und schwerhörige Menschen wünschen sich hingegen, akustische Elemente als Text abrufen zu können. Bewerkstelligen könnten dies gesonderte Seiten oder Untertitel. Sprachstörungen geschehen häufig in Kombination mit einer anderen Behinderung, zum Beispiel beim Eintreten von Autismus oder Multiple Sklerose. Für diese Behinderungen sollte der Inhalt eines Internetauftritts so gestaltet sein, dass Geschwindigkeit und Ablauf vom Benutzer auf eigene Bedürfnisse eingestellt werden können. Von einfachen und kurzen Inhalten können Menschen mit geistiger Behinderung profitieren. Denn durch Flashelemente und blinkende Animation könnte es sogar zu einem epileptischen Anfall kommen. Menschen mit einer Körperbehinderung möchten mit der Tastatur durch eine Whttp://www.lazada.co.th/4gb-ddr2-800mhz-pc2-6400-240-pin-desktop-pc-dimm-memory-ram-4181002.htmlebsite navigieren. Sind genügend Links für eine ausreichende Schriftgröße - 4 oder 5 -vorhanden, damit Menschen mit großer Einschränkung in der Bewegung diese anklicken können?

Alternativen zu den Handlungen

Für die Gestaltung einer barrierefreien Webseite bedarf es einen höheren Aufwand an Konzeption und Realisation. Kleine Lösungen sind meistens für den Übergang ausreichend und werden bereits von vielen Behinderten als einfacher Zugang genutzt. Ist es so mühevoll, einen besonderen Auftritt zu erstellen, der auf Flash, Animationen und Ähnliches verzichtet? Nicht jede Seite lässt sich so gestalten, dass alle behinderten Menschen den vollständigen Zugang nutzen können. Mit gutem Willen lassen sich mit Sicherheit viele ansprechende Gestaltungsmöglichkeiten finden und auf die eingeschränkten Möglichkeiten vieler behinderter Menschen Rücksicht nehmend.

Neuer Name für „geistige“ Behinderung?

Die Lebenshilfe Österreich beschloss im Jahr 2005 die Änderung ihres Namens. In Zukunft wurde der Begriff „geistig“ vermieden und sie nennt sich seitdem „Lebenshilfe für Menschen mit Behinderungen“. Bei einer internationalen Tagung wurde dies beraten. Auf dieser Tagung waren die Mitarbeiter der Bundesvereinigung Lebenshilfe in Deutschland, Ulrich Niehoff und Prof. Biewer vertreten und kennzeichneten beim Workshop der Lebenshilfe Österreich am 15. 09. 05 die Situation recht zutreffend: 1. Die Notwendigkeit für einen neuen Begriff ergibt sich aus dem berechtigten Anliegen und Wunsch der Betroffenen. Das „geistig behindert“ wird in der Mehrheit als diskriminierend empfunden und als Schimpfwort eingestuft. Im wissenschaftlichen Bereich hebt vor allem der soziologische Makel die Wechselwirkung zwischen Einstellung und Begriff hervor. Dies begründet die Hoffnung, dass positive Begriffe zu einer positiveren Sicht (Menschenbild) und Handeln beitragen können. 2. Andererseits befürchten die Betroffenen durch das Aufgeben von „geistige Behinderung“ Nachteile. Der Versuch die bezeichneten Menschen begrifflich einzugrenzen, würden die Lebenschancen auf das gleiche Niveau heben. Solidarität könnte aufhören und die Begründung sozialrechtlicher Ansprüche wird schwieriger, wenn eine ungefähre klare Bezeichnung nicht mehr vorhanden ist. So sind derzeit Menschen mit geistiger Behinderung von den Olympischen Spielen für Behinderte ausgeschlossen, da ein einheitliches Merkmal für den „Handicap-Ausgleich“ fehlt. 3. Es ist ein großes Problem, für den Begriff „geistige“ einen neuen, für alle akzeptablen Namen zu finden. Allerdings ist kaum anzunehmen, dass die neue Bezeichnung auf Dauer positiv vorhanden bleibt, wenn die betroffenen Menschen diesen eigenen Status nicht verändern. Das Bemühen sollte als Ziel vorrangig sein, sogar bei der Begriffssuche. Die Sachlage könnte zu Punkt 2 und 3 durch weitere Ergänzungen verdeutlicht werden. Ergänzung zu 2. Kulig und Andere (2006) weisen auf grundsätzliche Probleme hin, sobald sich der Begriff „geistige Behinderung“ verändert: • Dieser Begriff ist allgemein verständlich und viel Zeit würde ein ähnlich hoher Verständigungsgrad benötigen. • Mit einer „Konfusion verschiedener Endpunkte“ müsste gerechnet werden. Die Denkensweisende Kommunikation werde erschwert. • Der Begriff besitzt eine sozialrechtliche Relevanz und könnte bei einer zu erwartenden begrifflichen Aufweichung für behinderte Menschen bei der Gewährung um Hilfen Nachteile ergeben. • Ein neuer Begriff müsste theoretisch authentisch sein und entwickelt werden. Die tatsächliche und theoretische Benennung des bisherigen Begriffs ginge verloren. • Der neue Begriff hätte dann einen ebenso stigmatisierenden Charakter wie der bisherige, da dieser Begriff auf den neuen übertragen würde. Ergänzung zu 3. In Europa gibt es nach Lindmeier & Lindmeier (2006) eine Vielzahl verschiedener Begriffe, darunter fallen „geistige Behinderung, intellektuelle Behinderung, geistige Entwicklungsverzögerung, Schwierigkeiten und Beeinträchtigung beim Lernen und intellektuelle Schwierigkeiten“. Bevorzugt wird von People First „Menschen mit Lernschwierigkeiten“ (people with learning difficulties). Die Bezeichnung hat sich im schulischen Bereich „spezielle Erziehungsbedürfnisse“ (special educational needs – SEN) weitgehend für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf durchgesetzt. Die USA versucht, den Begriff „mental retardation“, „intellectual disabilities“, „develompental disabilities“ oder „mental disabilities“ durch einen neuen zu ersetzen. Dabei zeigt sich das Problem unklarer Abgrenzungen für eine Entscheidung spezieller Hilfen. Somit werden die traditionellen IQ-bezogenen Kriterien in der Forschung und Berufspraxis eine große Rolle spielen.

Abwägung

Lebenshilfe bei BehinderungDie Situation zu versuchen, den Begriff zu ändern ist vielfältig.

  1. Gesucht wird ein möglichst eingrenzender Begriff, damit eine prinzipielle Gleichheit aller Menschen hervorgehoben wird. Dennoch ergibt sich in verschiedenen Zusammenhängen notwendigerweise eine möglichst eindeutige Definition. Das widerspricht sich gegensätzlich. Der bevorzugte Begriff „Menschen mit Lernschwierigkeiten“ umfasst zum Beispiel weit mehr die Menschen, als die Bezeichnung in Deutschland „geistig behindert“. Jegliche Kombinationen mit ‚disabilities’ werden das Problem einer adäquaten Übersetzung aufwerfen. Denn disability heißt übersetzt Unfähigkeit und bedeutet für das Wort „Behinderung“ einen Schritt zurück.
  2. Die Bezeichnung „geistiger Behinderung“ hat unterschiedliche Dimensionen und lässt sich kaum in einem Begriff zusammenfassen. Das Beispiel der ICF verdeutlicht dies. Ineinander wirken:
  • Die Beeinträchtigung körperlicher Funktionen und Strukturen („Mentale Funktion“)
  • Die Beeinträchtigung von Aktivitäten (ergibt entsprechenden Hilfebedarf)
  • Die Beeinträchtigung der Teilhabe an der Gesellschaft

Diese drei Aspekte hängen von den Faktoren der Umwelt und darauf bezogenen Personen ab. Wird von mentaler, kognitiver oder intellektueller „Beeinträchtigung“ gesprochen, so bezieht sich das auf die organische und funktionelle Seite. Hierüber werden Menschen über ihre „Syndrome“ charakterisiert. Zum Beispiel Menschen mit TS21, Marker X Syndrom und anderen. Allerdings kann sich aus der gleichen chromosomalen Ausgangslage ein unterschiedliches Leben ergeben. Menschen mit TS21 können eine geistige wie eine Lernbehinderung ausbilden. Wird von „besonderen Erziehungsbedürfnissen“ oder „hohem Hilfebedarf“ gesprochen, so verengt sich der Sinn vom zweiten Aspekt, die Aktivitäten. Wird auf den Begriff „behindert“ in einem gesellschaftskritischen Sinne hingewiesen, heißt es, Menschen sind nicht behindert, sondern werden behindert, heben sich Aspekte der Begrenzung an Teilhabe und Umweltfaktoren hervor. Vermutlich wird es den Begriff für diese Komplexität nicht geben. Der Begriff müsste berücksichtigen, dass bei einer geistigen Behinderung eine organische Schädigung vorliegt und im konkreten Leben des Menschen mögliche Aktivitäten bedeutsam sind. Die Teilhabe, also keine Aussonderung, entscheidet darüber, wie ein Mensch sich entwickeln, bilden und in der Gesellschaft ein vollwertiges Mitglied sein kann. Dafür könnte die Definition so aussehen, dass festgestellt wird: Geistig behindert ist jemand bei organischen, genetischen oder anderweitigen Schädigungen. Insbesondere die Beeinträchtigung infolge sozioökonomischer Benachteiligungen und sozialer Isolation in den Kapazitäten Aufnahme und Verarbeitung. Insbesondere eine Beeinträchtigung im Zusammenhang von Wahrnehmung, Handeln, Denken und in der Sensomotorik. Sodass zur Befriedigung ein besonderer Bedarf an Erziehung und Bildung eine lebenslange, spezielle, pädagogische und soziale Hilfe vorhanden sein muss.

Sind Lösungen vorhanden?

Für dieses Problem sind nicht nur gute Lösungen vorhanden. Alle Beteiligten müssten sich darauf einstellen, mit diesem „Problem“ zu leben. Es gilt abzuwägen, welche Aspekte vorrangig sind. Das Anliegen der Betroffenen, die Vermeidung des diskriminierend empfundenen Begriffs, besitzt einen hohen Stellwert. Im Alltag sollte der Begriff „geistige Behinderung“ möglichst vermieden werden. Der Begriff „Menschen mit Lernbeeinträchtigungen“ dagegen ist in einigen Zusammenhängen sinnvoll. Dieser Begriff fasst Menschen mit geistigen Behinderungen und Lernbehinderungen zusammen. Eine weitere erforderliche Spezifizierung könnte als Hinweis auf den daraus folgenden Bedarf an Hilfe und Assistenz bezeichnet werden. Bisher wurden Menschen mit schwerer und mehrfacher Behinderung unter „hohem Hilfebedarf“ eingestuft und unterschieden sich von Menschen mit „nur“ einer geistigen Behinderung. Dazu könnte unterschieden werden zwischen: „Menschen mit Lernbeeinträchtigungen“, „Menschen mit Lernbeeinträchtigungen und alltäglichem Hilfebedarf“ und „Menschen mit Lernbeeinträchtigungen und hohem Hilfebedarf“. Wie in Österreich ist eine Umbenennung der Lebenshilfe akzeptabel, denn Menschen mit mehrfachen Behinderungen und Autismus werden von dieser Lebenshilfe vertreten. Für die Wissenschaft und rechtliche Zusammenhänge wäre es sinnvoll, den ursprünglichen Begriff „geistige Behinderung“ beizubehalten