2016-10-17

Computer und Internet für geistig behinderte Menschen

Ins Internet trotz BehinderungDer Computer gehört in das heutige Leben wie das Wasser zum Trinken. Sogar für geistig behinderte Menschen eröffnet sich durch Computer und Internet eine neue Art der Kommunikation, der Informationen und einen neuen Weg an der Gesellschaft teilzuhaben. Zu Unterstützung im Umgang mit PC und Internet und um vorhandene Kenntnisse zu vertiefen, bietet die Koordinierungs-, Kontakt- und Beratungsstelle im Kreis Mettmann und Volkshochschule Ratingen beispielsweise PC-Kurse für Menschen mit geistiger Behinderung an. In Deutschland leben mehr als acht Millionen behinderte Menschen, davon schwer behindert knapp 80 Prozent. Diesen Menschen sind die zahlreichen Internetseiten und Programmoberflächen aufgrund der Umsetzung und Gestaltung nicht zugänglich. Dabei schafft etwas Mühe und guter Wille leicht Abhilfe.

Aufmacher

Viele Internetseiten und Programmoberflächen können behinderte Menschen nur eingeschränkt nutzen. Die Kommission eEurope 2002 - Informationsgesellschaft für alle, enthielt in einem Aktionsplan bereits die Vorgabe, behinderte Menschen müssen die Informationen auf jeglichen Webseiten des öffentlichen Sektors der Mitgliedstaaten und europäischen Institutionen erreichen. Die Realität der Ziele dieses Statements und Initiativen sieht allerdings anders aus. Behörden der Bundesverwaltung sind mittlerweile verpflichtet, beim Einrichten neuer Internetauftritte oder deren Überarbeitung Vorkehrungen zu treffen, damit Behinderte das Angebot an Informationen nutzen können. Bestehende Angebote und öffentlich zugängliche Terminals wurden bereits angepasst.

Papiertiger

In den USA wurde 1998 die Gleichstellung von Behinderten fest in einem Gesetz verankert. Der Bundestag dagegen beschloss erst im Frühjahr 2000 ein Gleichstellungsgesetz. Hinter dem US-Standard liegt dies allerdings weit zurück. Dennoch spalten sich jenseits des großen Teiches Theorie und Praxis: Behinderte haben dort die Möglichkeit, auf dem Weg der Klage das Recht auf Gleichstellung einzufordern, doch zum Erfolg führt dies nicht immer. Das Anti-Diskriminierungsgesetz solle nur Einfluss auf die reale Welt und nicht auf Cyberspace erreichen, so das Urteil einer Bundesrichterin. Das Gesetz steht für Räumlichkeiten, die öffentlich zugänglich sind. Darunter fallen Fahrstühle, Kinos oder Restaurants und gelten nicht zur Verwendung auf einer virtuellen Verkaufsoberfläche im World Wide Web (WWW). Jedoch stehen für die Rahmenbedingungen Verbesserungen an. In der Vergangenheit verabschiedete das World Wide Web Consortium (W3C) seine Richtlinien für behindertengerechte Browser. Die User Agents Accessibility Guidelines wenden sich in ihrer Wortwahl ausdrücklich an die Entwickler von User Agents, wie Webbrowsern. Doch der Kern der Regeln bezieht sich gleichermaßen auf die Zugangssoftware und den Inhalt, der damit dargestellt wird. Im Internet kann das umfangreiche Dokument unter www.w3.org/TR/UAAG10 aufgerufen werden. Dieses Dokument entwickelt sich als Grundlage nationaler Initiativen weltweit. Als Beispiel: die Forderung, dass Browser und Inhalt mit verschiedenen Geräten für die Ein- und Ausgabe miteinander auskommen müssen, wie für Blindenschrift die Wiedergabe und zur Sprachausgabe. Die Anforderung an W3C für die Wiedergabeprogramme konfigurierbare Navigationsmechanismen vorzusehen, ist für Webautoren eine größere Herausforderung als für Softwareentwickler. Von einer seriellen Navigation durch aufeinanderfolgende Menüauswahlen werden anders aufbereitete Inhalte erwartet, wie etwa eingetippte Vorgaben und Hyperlinks. An dieser Problemlösung arbeitet in Deutschland das Fraunhofer Institut für sichere Telekooperation in Sankt Augustin (SIT). Der Grundgedanke ist einfach: Von den behinderten Menschen wird ein persönliches Profil erstellt, in dem Art und Grad der Behinderung benannt werden. Wird damit eine Internetseite aufgerufen, wie von einer Behörde, werden vom Server die Seiten entsprechend konfiguriert und schickt diese an den Behinderten. Der Programmierer sollte für den Zugriff bereits für eine Anpassung der Webseiten gesorgt haben. Der Vorteil dieses Verfahrens ist die Standardisierung der Anfrage und die Möglichkeit unterschiedliche Profile zu erstellen, die Berücksichtigung des Datenschutzes und die Übermittlung einer elektronischen Signatur. Kommt es zur Durchsetzung des Systems, erhalten kommerzielle und private Anbieter von Webseiten einen Schlüssel und behinderte Menschen können auf die Informationen zugreifen. Webseitengestalter und Programmierer, die diese Initiative ergreifen, müssen erst ein Gespür dafür entwickeln, welche Probleme für Behinderte aufkommen können, wenn Inhalte erfasst werden möchten. Daneben die Überwindung an Unkenntnis und fehlendes Vorstellungsvermögen der Behinderten. Im Zeitalter der Multimedialität ist dafür noch kein großes Interesse vorhanden. Webdesigner zeigen lieber alle Register ihrer Kunst und schrecken sogar Menschen ohne Behinderung mit Pop-up-Fenster, Laufschriften, Pop-up-Fenster und verschwimmende Farben ab. Wie kann also behinderten Menschen den Zugang zum Web erleichtert werden?

Keine unnötigen Inhalte

Menschen mit Sehbehinderung unterscheiden sich durch drei Gruppen: Das sind Sehschäden, Farbenblindheit und Blindheit. Durch spezielle Monitore, Tastaturen und Software wird es möglich, den Text auf eigene Bedürfnisse zu vergrößern, zu erfassen oder durch ein Sprachausgabesystem vorlesen zu lassen. Umfangreiche Tabellen sind für diesen Personenkreis eher unerwünscht, da das System zur Sprachausgabe nicht korrekt ausgelesen werden kann. Mit der Verfügung eines Dialogs könnten Farbenblinde die wichtigsten Farben selbst verändern. Jede Farbe ist dem Auswahldialog als Kurzhilfe zugeordnet und enthält den Namen der Farben. Schwebt der Mauszeiger zum Beispiel über ein blaues Element, zeigt die Kurzhilfe „blau“ an. Bleibt die Anwendung der Windowsfarben bestehen, kann der Farbenblinde die Farben direkt in der Systemsteuerung seinen Bedürfnissen entsprechend anpassen. Bilder ohne Titel und Farbspiele stellt für Sehbehinderte ein großes Problem dar. Blinde Menschen kommen mit unzureichenden Linkbeschriftungen wie „Details“ nicht zurecht. Mit diesen Informationen können Blinde nicht umgehen und um diese „lesen“ zu können, müsste stets in jeden Frame „hineingegangen“ werden. Das ist mit viel Zeit und Mühe verbunden, wenn nicht über einen Screen Reader verfügt wird, der den neuesten Stand der Technik besitzt. Ebenso sollten sich nicht zu viele Links auf einer Seite befinden. Blinde nutzen den Browser Lynx zum Surfen und dieser kann unter www.barrierefreiesinternet.de/lynx-browser.zip heruntergeladen werden. Damit kann getestet werden, wie die eigene Homepage dann aussieht.

Zwei Dinge gestatten dem Blinden die Arbeit an einem PC

  1. Erstens: die Sprachausgabe
  2. Zweitens: die Braille-Zeile (Ausgabegerät)

Angeschlossen wird diese an einer Computerschnittstelle. Mit der Screen-Reader-Software kann der Bildschirminhalt gelesen werden. Die Braille Zeile ändert die auf dem Bildschirm stehenden Buchstaben in tastbare Matrizen. Mit diesem Verfahren ist allerdings nur das Lesen einer Bildschirmzeile möglich, da nur 40 oder 80 Zeichen darauf dargestellt werden können. Die Maus lässt sich über die Zeile ebenfalls steuern. Bilder sollten durch einen Alternativtext ersetzt werden. Bereits durch die Betriebssysteme erhalten sehbehinderte Unterstützungen. Bei Windows ist die Bildschirmlupe ein Standard: vom Mauszeiger oder Cursor belegte Bildausschnitte erscheinen in einem besonderen Fenster vergrößert. Farben lassen sich auf Wunsch „umkehren“, um eventuell die Lesbarkeit zu verbessern. Eine Bildschirmtastatur kam vor zwei Jahren noch hinzu. Sogar das Macintosh-Betriebssystem stellt Lesehilfen zur Verfügung: die Zoomansicht folgt der Maus und weiterhin eine Weiß-Schwarz-Umkehr. Erklingt ein Warnton, lässt Mac den Bildschirm „flashen“. Darüber hinaus die Ein-Finger-Bedienung und eine Tastaturmaus. Rollstuhlfahrer mit Behinderung an Armen oder Händen (Tetraplegiker) und Menschen ohne Hände sind bei der Dateneingabe besonders auf Hilfsmittel angewiesen. Menschen ohne Hände können dafür mithilfe des Mundes oder Kopfes die Informationen auf dem Bildschirm erlangen. Mit der Kinnsteuerung lässt sich der Rollstuhl steuern und zu Hause jegliche Apparate, wie den Fernseher und Stereoanlage. Die Haustür wird mit der Steuerung geöffnet und sogar Auto gefahren.

Umständlichkeit für Behinderte

Viele Bearbeitungsprogramme nutzen Tastenkombinationen in dem gleichzeitig drei Tasten gedrückt werden müssen oder Shortcuts die aus zwei Tasten (wie Strg+S für Speichern, Strg+F für Suchen) bestehen. Für Menschen mit nur einer Hand schwer zu bewerkstelligen. Daher sollten Shortcuts für jede Software individuell einzurichten sein. Taube und schwerhörige Menschen wünschen sich hingegen, akustische Elemente als Text abrufen zu können. Bewerkstelligen könnten dies gesonderte Seiten oder Untertitel. Sprachstörungen geschehen häufig in Kombination mit einer anderen Behinderung, zum Beispiel beim Eintreten von Autismus oder Multiple Sklerose. Für diese Behinderungen sollte der Inhalt eines Internetauftritts so gestaltet sein, dass Geschwindigkeit und Ablauf vom Benutzer auf eigene Bedürfnisse eingestellt werden können. Von einfachen und kurzen Inhalten können Menschen mit geistiger Behinderung profitieren. Denn durch Flashelemente und blinkende Animation könnte es sogar zu einem epileptischen Anfall kommen. Menschen mit einer Körperbehinderung möchten mit der Tastatur durch eine Whttp://www.lazada.co.th/4gb-ddr2-800mhz-pc2-6400-240-pin-desktop-pc-dimm-memory-ram-4181002.htmlebsite navigieren. Sind genügend Links für eine ausreichende Schriftgröße - 4 oder 5 -vorhanden, damit Menschen mit großer Einschränkung in der Bewegung diese anklicken können?

Alternativen zu den Handlungen

Für die Gestaltung einer barrierefreien Webseite bedarf es einen höheren Aufwand an Konzeption und Realisation. Kleine Lösungen sind meistens für den Übergang ausreichend und werden bereits von vielen Behinderten als einfacher Zugang genutzt. Ist es so mühevoll, einen besonderen Auftritt zu erstellen, der auf Flash, Animationen und Ähnliches verzichtet? Nicht jede Seite lässt sich so gestalten, dass alle behinderten Menschen den vollständigen Zugang nutzen können. Mit gutem Willen lassen sich mit Sicherheit viele ansprechende Gestaltungsmöglichkeiten finden und auf die eingeschränkten Möglichkeiten vieler behinderter Menschen Rücksicht nehmend.