2016-10-17

Lebenshilfe und Freizeitgestaltung

Der Mensch kann sich in seiner Freizeit einfach ausruhen, beim Sport fit werden, Hobbys nachgehen oder sich weiterbilden. Auf Reisen sogar neue Erfahrungen sammeln oder seine Freizeit mit Freunden in fröhlicher Runde verbringen. Die Freizeit dient zur Entfaltung der Persönlichkeit und das Teilhaben in der Gesellschaft.

Spiel und Sport

Hilfe in der FreizeitGeistig behinderte Sportler und Sportlerinnen können sich beim Wettkampf bei Special Olympics einem ähnlichen Leistungsniveau messen. Auf lokaler, Landes- und Bundesebene gibt es diese Meisterschaften, alle vier Jahre sogar Weltspiele. Freude und Spaß sollen geistig behinderte Kinder und Erwachsene bei Spiel und Sport haben. Gewonnene Erfahrungen steigern die körperliche Fitness, Sicherheit und das Selbstvertrauen. Lebenshilfen vor Ort halten für jedes Alter entsprechende Angebote vor. Die Lebenshilfe arbeitet mit örtlichen Vereinen zusammen, mit denen integrative Sportmöglichkeiten aufgebaut werden. Der Behindertensportverband und die Special Olympics Deutschland kooperieren seit Jahren mit der Lebenshilfe.

Auf Reisen gehen

Selbst Menschen mit geistiger Behinderung haben das Bedürfnis, fremde Gegenden und andere Länder kennenzulernen. Gruppenreisen für behinderte Kinder ermöglichen deren Eltern, einmal ohne Sohn oder Tochter auszuspannen. Das Reisenetzwerk der Lebenshilfe Tours bietet für jeden Geschmack etwas an. Mittlerweile gibt es Reisebüros und –veranstalter, die sich auf barrierefreies Reisen spezialisiert haben.

Kunst und Kultur

Menschen mit geistiger Behinderung können sogar mit Kunst und Kultur gesellschaftliche Anerkennung erlangen und entwickeln dabei Selbstvertrauen. Oft kommt das besondere Talent für die Malerei zum Vorschein. Regelmäßige und erfolgreiche Ausstellungen werden von einigen Kunstateliers veranstaltet, zum Beispiel die Lebenshilfe Braunschweig, Kraichgauer Kunstwerkstatt der Lebenshilfe Sinsheim oder das Atelier Goldstein der Lebenshilfe Frankfurt/Main. Seit über 30 Jahren wird von der Bundesvereinigung Lebenshilfe jedes Jahr ein eigener Kunstkalender herausgebracht. Das Netzwerk EUCREA fördert behinderte Künstler und engagiert sich für die Aus- und Fortbildung. Ebenso für die Möglichkeiten einer Ausstellung, Aufführung und Publikationen. Es werden Impulse mit international ausgerichteten Festivals für Theater, Tanz, Musik, Wettbewerben und Ausstellungen gesetzt. Des Weiteren bietet EUCREA Multiplikatoren Informationen, Seminare, Tagungen und Fortbildungen zum Thema Kunst und Behinderung an. Der Verein „Die Wortfinder“ fördert das kreative Schreiben und die Literatur von Menschen mit geistiger Behinderung und schreibt regelmäßig Wettbewerbe aus. Für das Magazin „Ohrenkuss“ schreiben zum Beispiel nur Menschen mit dem Down Syndrom. Die dekorierte Publikation kann sich mit vielen Preisen rühmen und entsteht in der Downtown-Werkstatt für Kultur und Wissenschaft, die in Bonn ansässig ist.