2016-10-17

Wohnen durch Lebenshilfe

Der Mensch lebt gerne dort, wo er sich zu Hause fühlt. Dabei ist unwichtig, ob im Heim, in der Wohngemeinschaft oder allein. Jeder Mensch sollte so lange wie möglich in der eigenen Wohnung und in gewohntem Umfeld leben. Benötigt ein Mensch Hilfe beim Wohnen, sollte diese dort zu erhalten sein, wo der Hilfesuchende wohnt, sich wohlfühlt und leben möchte. Es werden dabei unterschiedliche Wohnformen angeboten. Allerdings können Menschen mit Behinderung nicht immer den Ort selbst wählen. Denn die Vielfalt an Wohnformen ist nicht überall verfügbar. Für solch verschiedene Wohnformen setzt sich die Lebenshilfe ein und diese richtet sich oft nach den Wünschen und Bedürfnissen der Menschen.

Lebenshilfe in der WohnungIn der Lebenshilfe gab es eine Zeit lang einen Rat behinderter Menschen und dieser nannte sich kurz: Lebenshilfe-Rat. Es gab regelmäßige Treffen, in denen über Themen nachgedacht und gemeinsam diskutiert wurde. Bei einem dieser Treffen handelte es sich um Vor- und Nachteile von Wohnheimen und ambulant betreutes Wohnen.

Nachfolgend alle gesammelten Vor- und Nachteile vom Lebenshilfe-Rat:

Leben in einem Wohnheim

Vorteile:

  • In Wohnheimen gibt es einen Heimbeirat mit Bewohnern besetzt. Diese bestimmen und vertreten die Meinung aller Bewohner.  
  • Ein Heimleiter in jedem Wohnheim, als Ansprechpartner der Bewohner.
  • Gemeinsame Reisen und viele Freizeitangebote.
  • In einem Wohnheim kann jeder Behinderter leben.
  • Gruppengespräche, bei denen alles zusammen besprochen und geklärt wird.
  • Aufgabenverteilung, das was jeder erledigen kann.
  • In Wohnheimen geht es lebhaft zu.
  • In Wohnheimen werden oft neue Freundschaften geschlossen.

Nachteile:

  • In Wohnheimen wechseln oft die Betreuer und es muss sich an neue Menschen gewöhnt werden.
  • In großen Gruppen erhalten die Schwächeren nicht so viel Aufmerksamkeit.
  • Manche Betreuer ziehen einige Mitbewohner vor und behandeln diese anders.
  • Plätze im Wohnheim sind teuer.
  • Die Bewohner verfügen über sehr wenig Geld.
  • In Wohnheimen gibt es viele Regeln. Das Rauchen ist verboten, und ein Haustier ebenfalls.
  • In Wohnheimen verlieren Bewohner ihre Freiheit.
  • Es muss sich häufig nach anderen Mitbewohnern gerichtet werden.
  • Es gibt zu wenig Privaträume und kaum Einzelzimmer.
  • Der Bewohner kann nicht heimkommen und gehen, wann er will.
  • Nicht jeder Bewohner besitzt einen Schlüssel.
  • Die Wohnheime liegen oft am Stadtrand, die Bewohner leben zu weit weg und es kann nicht viel unternommen werden.
  • Viele Bewohner fühlen sich in das Wohnheim abgeschoben und nicht ernst genommen.
  • Die Betreuer können sich einen Bewohner nicht aussuchen.

Leben im ambulant betreuten Wohnen

Vorteile:

  • Der Bewohner hat seine Ruhe.
  • Jeder trifft selbst Entscheidungen.
  • Der Bewohner kann nach Hause kommen, wann er möchte.
  • Es können Gäste mitgebracht werden.
  • Im ambulant betreuten Wohnen können Paare zusammen wohnen.
  • Die Einrichtung kann jeder Bewohner selbst bestimmen.  
  • Die Nacht kann woanders verbracht werden.
  • Es wird nicht ständig kontrolliert.
  • Freie Bewegung.
  • Es kann zu einer WG oder einem Wohnheim Kontakt aufgenommen werden.

Nachteile:

  • In das ambulant betreute Wohnen kommen nur fitte Menschen. Menschen mit schwerer Behinderung verbleiben im Heim.
  • Häufiger Wechsel der Betreuer.
  • Erledigen von viel Papierkram.
  • Der Kostenträger erfährt nicht alles.
  • Die Wohnstätten-Leitung weiß zu viele private Dinge der Bewohner.
  • Bei Krankheit oder einem Unfall gibt es zu wenig Betreuung.
  • Am Nachmittag und Abend zu wenig Betreuung.
  • Zu wenige Kontakte durch ambulantes Wohnen auf dem Land.
  • Betreuer sind nicht immer zu erreichen.
  • Ungenügend Zeit zur Besprechung persönlicher Probleme mit dem Betreuer.